Evangelische Trinitatisgemeinde am See

Losung für
Sonntag, 19. Juli 2026

Ach, HERR, strafe mich nicht in deinem Zorn und züchtige mich nicht in deinem Grimm!

Psalm 6,2

Gott hat den, der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht, auf dass wir in ihm die Gerechtigkeit würden, die vor Gott gilt.

2. Korinther 5,21

Gottesdienste im Juni 2026

Monatsspruch für Juni 2026

Denkt an die Gefangenen, als wäret ihr mitgefangen; denkt an die Misshandelten, denn auch ihr lebt noch in eurem irdischen Leib.

Hebräer 13,3

Herzliche Einladung zu den Gottesdiensten

Petershain Kollm See
07.06.2026
1. So. n. Trinitatis
9:00 Uhr
Gottesdienst

mit anschl. Kirchenführung
mit Pfr. i. R. Lichterfeld
10:30 Uhr
Gottesdienst

mit Kindergottesdienst
Rüstzeitgruppe
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14.06.2026
2. So. n. Trinitatis
--> --> 10:30 Uhr
Familiengottesdienst

zum Zeltwochenende
mit Gottesdienstteam
21.06.2026
3. So. n. Trinitatis
10:30 Uhr
Abendmahlsgottesdienst

mit Taufe und Konfirmation
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28.06.2026
4. So. n. Trinitatis
--> --> 10:30 Uhr
Gottesdienst

mit Kindergottesdienst
mit Lektor Herzig
Montag
29.06.2026
Peter und Paul
17:00 Uhr
Gottesdienst

zu Peter und Paul
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05.07.2026
5. So. n. Trinitatis
9:00 Uhr
Gottesdienst

mit Pfr. i. R. Lichterfeld
10:30 Uhr
Festgottesdienst

mit Gottesdienstteam
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Denkt an die Gefangenen, als wäret ihr mitgefangen; denkt an die Misshandelten, denn auch ihr lebt noch in eurem irdischen Leib.
Hebräer 13,3

Wer kommt gegen das organisierte Unrecht an? Was kann ich schon ausrichten? Da kann man doch eh nichts machen. Zwischen Aufbäumen, Selbstzweifeln und Verzagen können sich manchmal unsere Gedanken bewegen, wenn wir hören und sehen, was sich Menschen gegenseitig antun können. Gerade als Christ ist es aber ein Herzensanliegen, dass der Glaube nicht nur etwas für das eigene Seelenheil ist. Der christliche Weg lädt ein, den Blick von sich selber weg zu lenken. Das bedeutet nicht, sich selbst geringzuschätzen, sondern offen zu werden für das, was Gott in und durch uns wirken möchte. Zwischen dieser Hoffnung und dem Verzagen läuft immer wieder der Weg der christlichen Erfahrungen.

In den Zeiten des Neuen Testaments war das nicht anders. Doch die Lage der Christen war prekärer. Es kam vor, dass sie ihre Treue zu Jesus Christus mit Gefängnis, Folter oder gar Tod bezahlten. Da war es wichtig, dass die Mitchristen ihre verfolgten Geschwister im Gefängnis besuchten, sie mit dem Nötigsten versorgten und die Getöteten bestatteten. Dieser schwere Dienst war ja nicht nichts. Doch ganz gewiss bewegten sich die Gedanken immer wieder zwischen Aufbäumen, Selbstzweifeln und Verzagen. Wenn man einfach die Gesamtlage nicht ändern kann.

Der Apostel gibt nun im Hebräerbrief einen wichtigen Rat: Wenn ihr auch nicht praktisch helfen könnt, dann könnt ihr doch wenigstens die Hände falten. Das ist auch nicht nichts. Ganz bestimmt nicht. „Denkt an die Gefangen.“ „Denkt an die Misshandelten.“

Wann habe ich zuletzt bewusst für jemanden gebetet und vor Gott an einen bestimmten Menschen gedacht? So kann ich die Opfer von Gewaltherrschaft und Krieg, die es heute jeden Tag gibt, Gott vor Augen stellen. So kann ich aber auch ganz bewusst an die Menschen denken, die ganz in meiner Nähe sind.

Beim näheren Überlegen eröffnet sich noch eine andere Dimension. Nicht alle Gefangenschaften sind sichtbar. Viele Menschen sind innerlich gefesselt – durch Sorgen, Erfahrungen aus der Vergangenheit, Schuld oder schwierige Beziehungen. Manchmal sind es Menschen, die ich mag und gut kenne. Manchmal sind es aber auch Menschen, deren Beziehung zu mir so verwickelt ist, dass sie es mir schwer machen.

Solche Gefangenschaften lassen sich nicht einfach auflösen. Das ist eine eigene schmerzliche Erfahrung. Doch schon kleine Schritte können stark sein. Und der erste Schritt ist das Händefalten: „Denkt an …“ – und der zweite Schritt ist das Hineinversetzen: „… als wäret ihr mitgefangen.“ Es macht ja uns Menschen aus, dass wir mitfühlen können. Da habe ich noch kein Problem gelöst und keine Schuld aufgearbeitet. Aber ich habe etwas Wesentliches verändert: Meinen eigenen Blick. Mit dem Blick Gottes, den ich im Gebet einnehmen darf. Gott sieht einen Menschen, wie es ihm wirklich geht.

Herzlich grüßt
Ihr Pfarrer Albrecht Bönisch