Josef sprach zu seinen Brüdern: Zankt nicht auf dem Wege!
1. Mose 45,24
Selig sind, die Frieden stiften; denn sie werden Gottes Kinder heißen.
Matthäus 5,9
Denkt an die Gefangenen, als wäret ihr mitgefangen; denkt an die Misshandelten, denn auch ihr lebt noch in eurem irdischen Leib.
Hebräer 13,3| Petershain | Kollm | See | |
| 07.06.2026 1. So. n. Trinitatis |
9:00 Uhr Gottesdienst mit anschl. Kirchenführung mit Pfr. i. R. Lichterfeld |
10:30 Uhr Gottesdienst mit Kindergottesdienst Rüstzeitgruppe |
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| 14.06.2026 2. So. n. Trinitatis |
--> | --> | 10:30 Uhr Familiengottesdienst zum Zeltwochenende mit Gottesdienstteam |
| 21.06.2026 3. So. n. Trinitatis |
10:30 Uhr Abendmahlsgottesdienst mit Taufe und Konfirmation |
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| 28.06.2026 4. So. n. Trinitatis |
--> | --> | 10:30 Uhr Gottesdienst mit Kindergottesdienst mit Lektor Herzig |
| Montag 29.06.2026 Peter und Paul |
17:00 Uhr Gottesdienst zu Peter und Paul |
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| 05.07.2026 5. So. n. Trinitatis |
9:00 Uhr Gottesdienst mit Pfr. i. R. Lichterfeld |
10:30 Uhr Festgottesdienst mit Gottesdienstteam |
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Denkt an die Gefangenen, als wäret ihr mitgefangen; denkt an die Misshandelten, denn auch ihr lebt noch
in eurem irdischen Leib.
Hebräer 13,3
Wer kommt gegen das organisierte Unrecht an? Was kann ich schon ausrichten? Da kann man doch eh nichts machen. Zwischen Aufbäumen, Selbstzweifeln und Verzagen können sich manchmal unsere Gedanken bewegen, wenn wir hören und sehen, was sich Menschen gegenseitig antun können. Gerade als Christ ist es aber ein Herzensanliegen, dass der Glaube nicht nur etwas für das eigene Seelenheil ist. Der christliche Weg lädt ein, den Blick von sich selber weg zu lenken. Das bedeutet nicht, sich selbst geringzuschätzen, sondern offen zu werden für das, was Gott in und durch uns wirken möchte. Zwischen dieser Hoffnung und dem Verzagen läuft immer wieder der Weg der christlichen Erfahrungen.
In den Zeiten des Neuen Testaments war das nicht anders. Doch die Lage der Christen war prekärer. Es kam vor, dass sie ihre Treue zu Jesus Christus mit Gefängnis, Folter oder gar Tod bezahlten. Da war es wichtig, dass die Mitchristen ihre verfolgten Geschwister im Gefängnis besuchten, sie mit dem Nötigsten versorgten und die Getöteten bestatteten. Dieser schwere Dienst war ja nicht nichts. Doch ganz gewiss bewegten sich die Gedanken immer wieder zwischen Aufbäumen, Selbstzweifeln und Verzagen. Wenn man einfach die Gesamtlage nicht ändern kann.
Der Apostel gibt nun im Hebräerbrief einen wichtigen Rat: Wenn ihr auch nicht praktisch helfen könnt, dann könnt ihr doch wenigstens die Hände falten. Das ist auch nicht nichts. Ganz bestimmt nicht. „Denkt an die Gefangen.“ „Denkt an die Misshandelten.“
Wann habe ich zuletzt bewusst für jemanden gebetet und vor Gott an einen bestimmten Menschen gedacht? So kann ich die Opfer von Gewaltherrschaft und Krieg, die es heute jeden Tag gibt, Gott vor Augen stellen. So kann ich aber auch ganz bewusst an die Menschen denken, die ganz in meiner Nähe sind.
Beim näheren Überlegen eröffnet sich noch eine andere Dimension. Nicht alle Gefangenschaften sind sichtbar. Viele Menschen sind innerlich gefesselt – durch Sorgen, Erfahrungen aus der Vergangenheit, Schuld oder schwierige Beziehungen. Manchmal sind es Menschen, die ich mag und gut kenne. Manchmal sind es aber auch Menschen, deren Beziehung zu mir so verwickelt ist, dass sie es mir schwer machen.
Solche Gefangenschaften lassen sich nicht einfach auflösen. Das ist eine eigene schmerzliche Erfahrung. Doch schon kleine Schritte können stark sein. Und der erste Schritt ist das Händefalten: „Denkt an …“ – und der zweite Schritt ist das Hineinversetzen: „… als wäret ihr mitgefangen.“ Es macht ja uns Menschen aus, dass wir mitfühlen können. Da habe ich noch kein Problem gelöst und keine Schuld aufgearbeitet. Aber ich habe etwas Wesentliches verändert: Meinen eigenen Blick. Mit dem Blick Gottes, den ich im Gebet einnehmen darf. Gott sieht einen Menschen, wie es ihm wirklich geht.
Herzlich grüßt
Ihr Pfarrer Albrecht Bönisch